Aufgaben der Feuerwehr Cottbus

Wenn von der Feuerwehr gesprochen wird, erscheinen den meisten Menschen sofort Bilder von brennenden Gebäuden und durch die Stadt rasenden roten Autos im Kopf.  Die Zeiten, in denen Pferdegespanne oder Fahrzeuge tatsächlich durch die Straßen zu einem Feuer rasten, haben sich gewandelt. Auch wenn der abwehrende Brandschutz, wie es im Fachjargon genannt wird, weiterhin einen wichtigen Aufgabenbereich der Feuerwehr darstellt, hat sich das Spektrum doch erweitert. Heut zutage sind die Anforderungen an Feuerwehrmänner und Frauen sehr viel vielfältiger.

Welche Aufgaben die Feuerwehr zu erfüllen hat, ist im § 1 BbgBKG geregelt. Darin steht, dass die Feuerwehren

1. den Brandschutz

2. die Hilfeleistung und

3. den Katastrophenschutz

sicherzustellen haben. Zusätzlich obliegt der Feuerwehr Cottbus der

4. Rettungsdienst.

Weil sich der Laie doch darunter zum Teil nur schwer etwas vorstellen kann, sollen die einzelnen Aufgabenbereiche hier erläutert werden.

Der Brandschutz, also die Bekämpfung von Gefahren durch Feuer, ist die ureigenste Aufgabe und der Grund, warum Feuerwehren überhaupt entstanden sind. Der Brandschutz wird in die Bereiche Vorbeugender Brandschutz und

Abwehrender Brandschutz untereilt. Der vorbeugende Brandschutz beinhaltet alle Maßnahmen, um Brandgefahren vorzubeugen oder wenigstens zu minimieren. Hierzu gehört u.a. die Beteiligung an Genehmigungsverfahren. Vor allem das Baurecht schreibt die Einhaltung verschiedener Vorschriften und die Einrichtung von Schutzmaßnahmen vor. Das Bauamt und die Feuerwehr haben dafür Sorge zu tragen, dass vorbeugende Maßnahmen bei Neubau oder Rekonstruktion getroffen werden. Das kann zum Beispiel durch die Anordnung des Einbaus von Brandwänden und Brandsicherheitstüren oder Rauchentlüftungsanlagen erfolgen. Auch das Verbot von offenem Feuer bei Veranstaltungen oder die Stellung einer Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen können dazu gehören. Die Brandschutzerziehung in Kindergärten, Schulen, Veranstaltungen und den Jugendgruppen der örtlichen Feuerwehren ist ebenfalls Teil des vorbeugenden Brandschutzes.

Maßnahmen des abwehrenden Brandschutzes sind das klassische Aufgabengebiet, mit welchem die Feuerwehr in Verbindung gebracht wird. Bei der Feuerwehr wird zwischen Feuern und Bränden unterschieden. Verallgemeinert lässt sich sagen, dass Feuer das gewollte Verbrennen etwaiger dafür gedachter Rohstoffe ist, z.B. ein Kamin- oder Ofenfeuer.

Ein Brand hingegen ist ein Feuer, dass nicht gewollt ist und

Gegenstände verbrennt, welche nicht dafür gedacht sind, z.B. der Weihnachtsbaum. In einem solchen Fall erfolgt eine Brandbekämpfung, der abwehrende Brandschutz. Hauptsächlich erfolgt die Brandbekämpfung mittels Wasser, weil dieses fast immer verfügbar ist. Unter besonderen Umständen kann Wasser aber sogar die gegenteilige Wirkung besitzen. In diesem Fall erfolgt die Brandbekämpfung mittels Sonderlöschmittel, z.B. Schaum, Sand oder Pulver, etc. Je nach Fortschreiten des Brandes, dem Brandobjekt und weiter Faktoren kann es vorkommen, dass die eigentliche Brandstelle durch die Feuerwehr erst einmal nicht gelöscht wird. In solchen Fällen wurde auf Grund der Lagebeurteilung entschieden, dass der Schaden an dem Brandobjekt schon zu groß ist, um noch etwas zu retten. Oder die Gefahr, in Brand zu geraten, für noch unbeschädigte Objekte ist zu hoch. In diesem Fall ist es besser, den schon entstanden Schaden dadurch zu reduzieren, dass keine weiteren Objekte durch den Brand Schaden nehmen. Das erfolgt in der Regel durch Kühlung der gefährdeten Objekte.



Die Hilfeleistung ist ein vergleichsweise junges Aufgabengebiet. Lange Jahre bestand die Aufgabe der Feuerwehren in der Bekämpfung des Feuers. Mit zunehmender Industrialisierung entstanden jedoch neue Gefahren, denen auf eine andere Art und Weise begegnet werden musste. So gehört es heut zutage zu den Aufgaben der Feuerwehr bei Not- und Unglücksfällen Hilfe zu leisten. Die Art der Hilfe ist dabei nicht abschleifend definiert. Sie kann aber in die technische Hilfeleistung, einschließlich Rettungsmaßnahmen für Verletzte und die sonstige Hilfeleistung unterteilt werden.

Die technische Hilfeleistung beinhaltet die Abwehr eine Gefahr mittels technischem Gerät, z.B.

- Herausschneiden eines Verunfallten aus einem Kraftfahrzeug nach Unfall

- Abdichten eines Lecks

- Beseitigen eines Verkehrshindernisses

- Sicherung von absturzgefährdeten Gebäudeteilen

- Fällen von umsturzgefährdeten Bäumen, oft nach einem Unwetter

- Beseitigung von Wasserschäden

- Türnotöffnungen

Die sonstige Hilfeleistung umfasst alle Maßnahmen zum Schutz von Menschen, Tieren und Sachwerten, ohne technisches Gerät.

Die Durchführung einer Hilfeleistung durch die Feuerwehr ist nur zur Abwehr einer konkreten Gefahr zulässig, wenn Hilfe durch originär zuständige Stellen nicht rechtzeitig erreicht werden kann; z.B. die ÖÖffnung einer Tür, bei Verdacht einer verunglückten Person in Wohnung. Hilfe durch die Feuerwehr würde z.B. nicht geleistet werden, um die Tür zu Öffnen, weil der Schlüssel in der Wohnung vergessen wurde. Eine Hilfeleistung durch die Feuerwehr ist ebenfalls nicht mehr zulässig, wenn die Gefahr durch die Feuerwehr bereits beseitigt wurde; z.B. nach Fällen eines Baumes, diesen auch zu entsorgen.

Maßnahmen des Katastrophenschutz kommen nur bei Großschadensfällen oder Katastrophen in Betracht. Stark verallgemeinert lässt sich sagen, dass ein Großschadensfall oder Katastrophe vorliegen, wenn die örtlichen Rettungskräfte nicht mehr in der Lage sind (personell oder materiell) allein eine Gefahr abzuwehren und viele Menschen oder hohe Sachwerte in Gefahr sind.

Vorbeugende Maßnahmen des Katastrophenschutz umfassen u.a. die Aufstellung von Gefahrenplänen und Alarmierungsplänen, die Festlegung von Verantwortungsbereichen für die unterschiedlichen Behörden und auch Warnungen der Bevölkerung.

Im Katastrophen- oder Großschadensfall liegt die Aufgabe der Katastrophenschutzbehörde in der überörtlichen Koordination der verschiedenen Hilfskräfte zur Beseitigung der Gefahr.

Die Feuerwehr Cottbus hat außerhalb der Reglungen des BbgBKG noch weitere Verpflichtungen zu übernehmen. Es obliegt der Feuerwehr Cottbus, den Rettungsdienst sicherzustellen. Rettungsmaßnahmen wurden bereits als Teil der Hilfeleistung genannt. Bei den Rettungsmaßnahmen handelt es sich aber in erster Linie um lebensrettende Sofortmaßnahmen. Allgemein wird das als erste Hilfe bezeichnet. Die Aufgaben im Rettungsdienst gehen jedoch sehr viel weiter. Das Aufgabenspektrum umfasst die Notfallrettung, den Krankentransport und Sofortreaktionen in besonderen Fällen.

Die Notfallrettung wird in Cottbus hauptsächlich durch die Berufsfeuerwehr betrieben. Weiterhin sind die Johanniter Unfallhilfe, das Deutsche Rote Kreuz und die ADAC-Luftrettung eingebunden. Im Verbund werden mehrere Rettungstransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeuge, Krankentransportwagen und Rettungshubschrauber betrieben.

Unter Notfallrettung kann laienhaft folgendes verstanden werden. Bei einer plötzlichen Erkrankung oder Verletzung, welche erheblich oder sogar lebensgefährlich ist, liegt ein medizinischer Notfall vor. Eine Schnittwunde am Finger oder Bauchschmerzen erfüllen in der Regel die Voraussetzungen dafür nicht. Eine plötzliche Bewusstlosigkeit, egal aus welchem Grund, oder auch Atemnot stellen in der Regel einen Notfall dar. Wenn die Person nicht mehr in der Lage scheint, selbstständig einen Arzt aufzusuchen, wird über die Nummer 112 die nächste Rettungsleiststelle angerufen und der Sachverhalt geschildert. Der Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle entscheidet auf Grund der ihm geschilderten Umstände, ob ein medizinischer Notfall vorliegen könnte oder nicht. Liegt ein medizinischer Notfall vor, wird mindestens ein Rettungstransportwagen, i.d.R. unter Inanspruchnahme von Sonder- & Wegerechten, alarmiert. Unter Umständen werden zusätzlich ein Notarzt und/oder weitere Rettungsfahrzeuge alarmiert. Dies könnte z.B. als First-Responder erfolgen. Durch die eintreffenden medizinischen Fachkräfte (Notarzt, Rettungsassistent, Rettungssanitäter) erfolgt eine umfangreiche Versorgung vor Ort, bis der Patient stabil genug für einen Transport in eine geeignete Gesundheitseinrichtung ist. Die weitere medizinische Versorgung, z.B. in einem Krankenhaus, ist nicht mehr Teil der Notfallrettung.

Außerhalb der Notfallrettung ist ein Transport von Verletzten mittels Krankentransportwagen möglich. Das ist das Aufgabenfeld des Krankentransport. Bei den Verletzten handelt es sich um Patienten, welche eventuell den Arzt nicht selbstständig aufsuchen und wieder verlassen können. Es kann sich auch um Patienten handeln, welche während des Transportes eine besondere Betreuung benötigen, obwohl ein Notfall nicht mehr vorliegt. Eine Fahrt mit einem Taxi ist dann häufig nicht möglich oder zu beschwerlich. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit mittels Krankentransportwagen von daheim zum Arzt und wieder zurück gebracht zu werden. Um jedoch nicht die nur begrenzt vorhanden Rettungstransportwagen mit dieser Aufgabe abzunutzen, gibt es spezielle Firmen und Organisationen, die sich dieser Aufgabe angenommen haben. In Cottbus sind das u.a. das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe und der Arbeiter Samariter Bund.

Die genannten Sofortreaktionen in besonderen Fällen sind eine Sonderform der Notfallrettung. Als besondere Fälle werden Situationen bezeichnet, in denen durch folgenschwere Ereignisse eine Vielzahl von Verletzten und Erkrankten vorliegen. In solchen Fällen besteht die Verpflichtung durch den Rettungsdienst Kräfte und Mittel zur sofortigen Hilfeleistung bereitzustellen. Für den Träger des Rettungsdienstes besteht damit die gesetzliche Verpflichtung Kräfte und Mittel vorzuhalten, um auch bei einer Vielzahl von Verletzten sofort Hilfe leisten zu können. Die erfolgt in Cottbus z.B. durch Sonder-Einsatz-Gruppen der JUH und des Deutschen Roten Kreuzes.

 



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