Chronik der Jugendfeuerwehr

 

von Stefan Weidlich

Als die Jugendfeuerwehr in Sandow entstand

Im Dezember 1990 wurde mit der ersten Jugendordnung und der ersten Mitgliederversammlung aus der ehemaligen, zu DDR-Zeiten üblichen Vereinigung, Junge Brandschutzhelfer die Jugendfeuerwehrgruppe Sandow, Mitglied der neu gegründeten Stadtjugendfeuerwehr Cottbus, gegründet. Erster Jugendfeuerwehrwart war der damals 16-jährige Kamerad Jens Laugks, der später die Funktion des stellvertretenden Ortswehrführers (damals als Zugführer des Löschzuges Sandow bezeichnet) innehatte.

Seine Amtszeit war gekennzeichnet vom Aufbau der jungen Jugendfeuerwehr und der Einordnung in die neuen Strukturen. Wichtigste Ziele seiner Arbeit waren die Ausbildung der Jugendlichen im brandschutztechnischen Bereich, die Organisation von Jugendfeuerwehrlagern und der Beschaffung erster Jugendfeuerwehrbekleidung nach den Vorschriften der Deutschen Jugendfeuerwehr. Wettkämpfe wurden mitgemacht, hatten jedoch nur geringere Priorität. Vor allem die von Kam. Jürgen Arndt und Kam. Sebastian Adam geführte Arbeitsgemeinschaft Feuerwehr (auch ein alter Bestand der AG Junge Brandschutzhelfer) war im Wettkampfbereich hervorragend und erzielte viele gute Plätze und genoss einen ehrvollen Ruf insbesondere beim Ausscheid in Herzberg (Elster). Wichtig war die Heranführung neuer Einsatzkräfte, die er bis zum Jahre 1999 in großer Zahl an die Einsatzabteilung der FF übergeben konnte. Für seine Verdienste beim Aufbau der Jugendfeuerwehr erhielt Kam. Jens Laugks 1999 die Ehrennadel der Landesjugendfeuerwehr Brandenburg.

1999 bis 2006

1999 wurde Kam. Stefan Weidlich (zuvor etwa ein Jahr stellvertretender Jugendfeuerwehrwart) zum Jugendfeuerwehrwart vom amtierenden Ortswehrführer Kam. Ottfried Kröger berufen. Kam. Jens Laugks übernahm die Funktion des Stellvertreters und gab somit seine Funktion ab. Er konnte die ersten Früchte der guten Arbeit seines Vorgängers ernten. Auch hier zeichnete sich ab, dass die Ausbildung im feuerwehrtechnischen und -taktischen Bereich eine große Rolle spielte. Wichtig für ihn waren zuerst die Neuordnung der Mitgliedermappen, die komplette Einkleidung aller Mitglieder und die Einteilung dieser in Gruppen. Die Jugendordnung wurde das erste Mal umgeschrieben, um die neuen Strukturen und Herausforderungen in das Regelwerk einzupflegen. Es entstand ein Dienstgradsystem, welches sich bis zum heutigen Datum gehalten hat und mehrmals von der Jugendfeuerwehr bestätigt wurde.

2000 erfolgte der Umzug in die Feuerwehrwache II. Wir hatten das Glück, unsere Räumlichkeiten für die Jugendfeuerwehr deutlich zu verbessern. Der Ortswehrführer Kam. Jörg Lehmann würdigte somit die wertvolle und wichtige Arbeit der Jugendfeuerwehr, indem er die komplette Baracke mit fünf Räumen und der Garage für den TSA (der vom Ortswehrführer Kam. Michael Detlefsen an die Jugendfeuerwehr übergegangen war, um die Arbeit in der Ausbildung zu unterstützen) an die Jugendfeuerwehr gab. Die Jugendfeuerwehr selbst regte an, diese mithilfe von Mitgliedern der FF zu renovieren und besonders zu bemalen.

Aufgrund der Garage der Jugendfeuerwehr wurde es nötig, die Strukturen nochmals zu Ändern und eine maximale Mitgliederzahl zu schaffen. Dies war Auslöser für einige weitere Veränderungen, die wichtigsten waren die Änderung von Dienstzeiten und die nochmalige Änderung der Jugendordnung, auch als Antwort auf den Wunsch der Mitarbeiter in der Jugendfeuerwehr, insbesondere für die Mitbeteiligung an Entscheidungen innerhalb der Jugendarbeit.

Die Jugendfeuerwehr erhielt mit der neuen Jugendordnung und der neu eingeführten Disziplinarordnung ein erstarktes Gremium, den Jugendausschuss, der als Neuerung Funktionen (oder Organe) enthielt, die sogenannten Fachbereichsleiter, die der Entlastung des Jugendfeuerwehrwartes dienten und gleichzeitig eine neue Inspiration schaffen sollten, um die Qualität in der Jugendfeuerwehr zu verbessern. Kam. Hendrik Zäbe, FBL Verwaltung, reformierte die Verwaltungsarbeit der Jugendfeuerwehr von Grund auf und schuf bessere Strukturen. Die Gruppen bekamen Jugendgruppenleiter und Stellvertreter, die allein für eine Gruppe verantwortlich waren. Dienstpläne wurden von den Jugendgruppenleitern übernommen, der allgemeingültige Dienstplan wurde vom Jugendfeuerwehrwart geschrieben. Dienstbücher wurden eingeführt und gepflegt.

Der Jugendausschuss plante und führte eigene Jugendlager durch, als die Stadtjugendfeuerwehr durch eine interne Krise keine durchführen konnte. Wir knüpften dadurch Verbindungen zum DRK, zum THW und zu anderen Jugendfeuerwehren (insbesondere zu Zeuthen) sowie anderen Jugendverbänden. Unsere Jugendfeuerwehr war und ist dadurch ein Vorzeigemodell für andere, es wurden Anfragen gestellt und Mitglieder des Jugendausschusses haben sich helfend anderen Jugendfeuerwehren zur Verfügung gestellt.

2002 wurde erneut die AG der 8. Grundschule Cottbus gegründet. Dies wurde später durch die Einführung der Ganztagsschulen mit einem Kooperationsvertrag bekräftigt. Vorerst wurde die AG durch den Jugendfeuerwehrwart selbst in Räumen der 8. Grundschule betreut. Dies führte jedoch zu einigen Problemen und es tauchten auch versicherungstechnische Fragen auf. Nach einigen Nachforschungen wurden über den Kooperationsvertrag der Versicherungsschutz und die räumliche Unterbringung in der FF Sandow geregelt. Es schlossen sich später die 7. Grundschule und die 14. Grundschule Cottbus dem AG-Projekt an. Auch die 1. Gesamtschule Cottbus (Theodor-Fontane-Schule Cottbus) formulierte einen Kooperationsvertrag mit unserer Feuerwehr aus, jedoch außerhalb des AG-Projektes. Zuletzt haben wir das Sandow-Kahn, das hiesige Jugendzentrum mit ins Boot geholt.

Ein großer Schritt war die Gründung eines Jugendforums für die Einführung von Partizipation in der Jugendfeuerwehr. Es soll ein Gremium zur Unterstützung der Jugendarbeit des Jugendausschusses darstellen und gleichzeitig ein Qualitätsmanagement. Die gewählten Jugendlichen erhalten einen neuen Auftrag neben den allgemeinen Rechten und Pflichten laut Jugendordnung und müssen sich darin profilieren. Das erste zusammengetretene Jugendforum bestand aus Tobias Rachow, Andreas Krüger, Dustin Jeß und Klaus Fischer. Tobias Rachow, wie auch Mario Röhl waren im Landesjugendforum tätig, Mario Röhl sogar als Landesjugendsprecher und Mitglied vom Forum der DJF. Ihm wird in aller Voraussicht Paul Wolf folgen, der im Augenblick im Landesjugendforum tätig ist. Mario Röhl (Oberdeligierter) sowie Jonathan Kaschula (stellv. Oberdeligierter) wurde mit der Ehrenmedaille der JFG Sandow ausgezeichnet.

Die Ausbildung erhielt eine neue Qualität durch die Schaffung einer gestaffelten Ausbildungsstruktur in Form von Lehrgängen. Auch hier zeigt sich noch, dass durch Sammeln von Erfahrung die Lehrgänge angepasst und verändert werden müssen.

Viele Projekte sind am Rande mitgelaufen. Stefan Weidlich war zudem zeitweise Mitglied (Gründungsmitglied) des Fachausschusses Jugendpolitik in der Landesjugendfeuerwehrverbands Brandenburg, von dort aus delegiert mit Anja Roy zum Fachausschuss Mädchen- und Jungenarbeit in der Deutschen Jugendfeuerwehr (ebenfalls als Gründungsmitglieder). Stefan Weidlich wurde durch seine Verdienste mit der Ehrennadel der Landesjugendfeuerwehr Brandenburg ausgezeichnet.

2006 bis 2007

Im Januar 2006 wurde berufsbedingt die Funktion des Jugendfeuerwehrwartes an den Stellvertreter Torsten Laugks (zum Zeitpunkt auch stellv. Ortswehrführer) übergeben. Stefan Weidlich sollte als Stellvertreter Kam. Torsten Laugks einarbeiten und noch laufende Geschäfte abschließen bzw. übergeben. Noch immer ist Stefan Weidlich mit bestimmten Aufgaben betraut. Torsten Laugks hatte vor allem im Aufbau und in der Organisation des neu gewählten Vorstandes der Stadtjugendfeuerwehr mitgeholfen. Insbesondere bei der Planung und Durchführung der wieder auf dem Arbeitsplan stehenden Stadtjugendlager waren seine größten Verdienste. Ihm wurde eine leitende Funktion im Vorstand der Stadtjugendfeuerwehr angeboten, die er nicht wahrnehmen konnte, da er später mit der Funktion des Ortswehrführers betraut wurde, aufgrund des überraschenden Rücktritts von Jörg Lehmann. Er konnte durch die vorangegangenen Jugendfeuerwehrlager von der Jugendfeuerwehr Sandow und der neuen Errungenschaften (THW, DRK etc.) profitieren und somit einen wesentlichen Anteil zu den Stadtjugendlagern beitragen.

2007

Im Januar 2007 konnten wir die erste Jugendfeuerwehrwartin einführen, Jacqueline Ulbrich. Sie hat dafür gesorgt, dass der Ausbau der Feuerwehr-AG vorangeht. Auch in diesem Jahr war die Organisation und Durchführung des Stadtjugendfeuerwehrlagers ein wichtiger Bestandteil unserer Jugendarbeit. Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist in den Vordergrund gerückt. Es wurde eine neue Gruppe eingeführt: die Truppmannanwärter-Gruppe, geleitet von Kam. Maik Friedrich.

 



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